Erwerbslosigkeit die Chance zur Neuorientierung - Me-Lebenssinn.ch

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Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan!'

                                                                                                        Matthäus 25,40


Erwerbslosigkeit als Chance

Wie ich Arbeits-/Erwerbslosigkeit erlebte!        


Arbeitslosigkeit, oder eigentlich nenne ich es lieber Erwerbslosigkeit. Arbeit fand ich nämlich immer. Wenn es nicht gerade die Möglichkeit gibt, jemandem einen Dienst zu erweisen, dann kann es lernen sein. So wurde zum Beispiel die EDV zu meinem Steckenpferd. Ich eignete mir diverse Kenntnisse im Eigenstudium an. Dies waren zum Beispiel im MS-Office das Word und Excel, sowie Power Point. Auch Bildbearbeitung oder Internet gehörten dazu. So gesehen war Arbeitslosigkeit für mich immer wieder eine Chance.
Zur Erwerbslosigkeit gehörten auch Bewerbungen, Bewerbungen und nochmals Bewerbungen. Immer wieder Absagen, Absagen und nochmals Absagen. Dies war der weniger schöne Teil. Für viele sehr schwierig damit fertig zu werden. Viele Familien gehen dadurch in die Brüche. Depressionen sind die Folge. Was bin ich noch Wert? Kann man mich überhaupt noch für etwas brauchen? Minderwertigkeit wächst und zerstört Menschen, Familien und Ehen.

Ich war selbst mehrmals über längere Zeit Erwerbslos und weiss daher was es heisst Stellenlos zu sein, ausgeschieden aus dem täglichen Geschehen, zu alt oder zu wenig Erfahrung oder wiederum Überqualifiziert.             



 
 




Erlebnisse mit Erwerbslosen                                                                                                                                           

Als Leiter eines Brocki-Shops einer sozialen Institution führte ich Erwerbslose, die uns zur Arbeitsintegration zugeteilt wurden. Hier erlebte ich immer wieder, wie Menschen nach langer Arbeitslosigkeit mutlos und ohne Selbstvertrauen zu den Einsätzen kamen. Viele kamen auch wiederwillig, in der Regel war es ja nicht ihr freiwilliger Entschluss aus dem sie zu dieser Arbeit kamen und entsprach nicht immer den Wunschvorstellungen. Es war zwar nicht immer einfach, aber es war sehr erfreulich zu sehen, wie die Leute mit der Zeit sogar Spass an der Arbeit hatten, ihr Selbstvertrauen wieder fanden und plötzlich wieder strahlten. Alles was es dazu brauchte, war manchmal etwas Geduld und Vertrauen sowie viel Wertschätzung. So gelang es, Leute, die anfänglich zu nichts zu gebrauchen waren wieder zu fähigen und willigen Mitarbeitern zu machen. Schade nur, dass die Integrationsplätze zeitlich begrenzt sind. In der kurzen Zeit (6-12 Monate) könne die Leute zwar aufgebaut, aber nicht immer auch gestärkt werden. So passiert es vielen, dass sie nach solchen Einsätzen in kurzer Zeit wieder am selben Fleck stehen wie vor dem Einsatz.
Eigentlich schade, wertvolle Menschen, wertvolle Mitarbeiter, aber dem Druck der heutigen Wirtschaft einfach nicht gewachsen. Was braucht es wohl, bis der Mensch in der freien Wirtschaft wieder wertgeschätzt wird. Wie kann man einem Arbeitgeber bewusst machen, dass es wichtiger und wertvoller ist, in Menschen statt in Maschinen zu investieren, dass eben der Mensch wichtiger ist als aller Reichtum?
Menschlichkeit am Arbeitsplatz, das wäre schön. Soll dies immer ein Traum bleiben?

Was ist, wenn ich Arbeits-/Erwerbslos werde?


Ja die Zeit der Erwerbslosigkeit ist nicht nur eine Zeit des nichts tun. Es ist auch eine Zeit der Neuorientierung, eine Zeit der Neuausrichtung. So lange man im Arbeits- und Erwerbsprozess eingebunden ist, denkt man oft, wäre das schön einmal Zeit zu haben und frei zu sein. Zeit zu haben um sich darüber klar zu werden, wie man sich das Leben besser einrichten könnte. Endlich Zeit haben um das Hobby besser pflegen zu können. Wie schön wäre es, im Sommer am See oder in den Bergen Zeit verbringen zu können. Einmal sich Gedanken machen über Fähigkeiten, die man hat und die einem Freude machen. Gibt es Möglichkeiten, diese Fähigkeiten auch Beruflich ein umzusetzen? Ein Traum den sicher viele träumen, die in ihrer Arbeit gefordert und eingebunden sind.
Was aber, wenn der Traum Wirklichkeit wird, wenn plötzlich Arbeitslosigkeit/Erwerbslosigkeit droht oder da ist? Da sieht vieles dann wieder ganz anders aus. Erst mal drehen sich die Gedanken vielleicht um die Existenzangst. Als zweiter Schritt folgen Gedanken wie: Warum gerade ich? Genüge ich den Anforderungen der Zeit nicht mehr? Warum werde ich abgelehnt? Warum wollen die mich los werden? Werde ich je wieder eine Arbeit finden? Bin ich denn wirklich zu alt? Kann man mich überhaupt noch brauchen? usw. Diese Gedanken und Fragen bewirken eine Abwärtsspirale und sind alles andere als Hilfreich, sich in dieser Situation an den Traum während des Arbeitsprozesses zu erinnern. Hier scheitern dann viele, weil ihnen die Kraft fehlt sich von diesen Gedanken zu löschen und sie diese negativen Gedanken zu Fall brachten. Sich mit eigenen Kräften in dieser Situation wieder auf zurichten schaffen die meisten nicht.
Da es heute jeden treffen kann, auch Leute mit der besten Ausbildung und in den besten Positionen, ist es wichtig, dass wir uns mit dem Thema auch dann auseinander setzen, wenn wir noch nicht direkt davon betroffen sind. Es genügt nicht, sich nach Zeit  und den "schönen" Seiten der Arbeitslosigkeit zu sehnen. Spätestens wenn die Kündigung kommt sollte man sich überlegen, was es bedeuten würde, wenn bis zum Ablauf der Kündigungsfrist keine neue Arbeitsstelle da ist. Wie soll es dann weiter gehen. Was mache ich dann mit der vielen Zeit, wenn keine neue Arbeit wartet? Wichtig ist, dass man sich für diesen Fall gut vorbereitet, um nicht von negativen Gedanken heruntergerissen zu werden.
Es ist wichtig, dass man am Ende der Kündigungsfrist, für den Fall dass keine Arbeitsstelle in Aussicht ist, genaue Pläne hat, wie man die zur Verfügung stehende Zeit nutzen will. Einerseits hilft dass dem Betroffenen, dass er nicht in ein Loch fällt. Auch die Gespräche mit dem RAV-Berater effizienter ausfallen , wenn der Erwerbslose bereits mit klaren Vorstellungen kommt, welche Massnahmen nötig sind, um die Vermittlungsfähigkeit zu steigern. Weiter steigen die Chancen für eine neue Anstellung, denn auch ein neuer Arbeitgeber wird einen Aktiven Erwerbslosen, der weiss was er will und bereit ist neues zu lernen, einem Bewerber vorziehen, der auf seinen Lorbeeren ausruht. Und sind wir doch ehrlich, auch unser Wohlbefinden ist doch stärker, wenn wir die Zeit sinnvoll nützen und dadurch Erfolgserlebnisse verbuchen können.  


Erwerbslosigkeit als Chance nutzen

Richtiges vorbereiten auf Erwerbslosigkeit ist wichtiger und ebenso Hilfreich, wie die Vorbereitung auf die Pensionierung. Plötzlich ohne Arbeit dastehen und nicht wissen was man tun soll ist eines der schlimmsten Dinge die uns passieren können. Der Mensch braucht eine Aufgabe und einen geregelten Tagesablauf. Richtige Vorbereitung hilft uns aber vor allem, Erwerbslosigkeit als Chance zu erkennen und zu nutzen. Jetzt spätestens ist die Zeit, sich Gedanken darüber zu machen was wir ausser dem Gewohnten noch alles tun könnten. Vielleicht schlummern in ihnen Gaben und Fähigkeiten, die sie bisher nicht kannten oder mit denen sie sich nie richtig auseinander Setzen konnten. Vielleicht ahnten sie schon lange, dass sie nebst der bisherigen Tätigkeit auch noch andere Fähigkeiten haben. Vielleicht gibt es da Dinge, die sie viel lieber täten, als das was ihnen bisher als ihr Beruf erschien, weil sie diesen halt eben einmal erleernten.
Als kaufm. Angestellter oder Verkäufer haben sie sich vielleicht auch schon nach einem fertigen Gegenstand zum Anfassen gesehnt, den sie selber hergestellt haben. Manchmal schlummern da handwerkliche oder schöpferische Fähigkeiten, die sich in der Hektik des Alltages und der vielen Arbeit gar nie entwickeln konnten. Oder als Handwerker fehlt ihnen die Gelegenheit ihr Verkaufstalent zu entwickeln. Nun die Zeit der Erwerbslosigkeit ist ganz bestimmt die beste Zeit, sich mit all diesen Möglichkeiten auseinander zu setzen. Sich zu fragen, was man den sonst noch so tun könnte und was man auch gerne machen würde.
Haben sie sich auch schon überlegt, ob sie gar Unternehmer sein könnten? Vielleicht drehen sich ihre Gedanken schon lange um eine Idee, wie zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. Gerade dazu, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen, ist Erwerbslosigkeit der richtige Moment. Auch die Arbeitslosenprojekte bieten Projekte, wo einmal geprüft werden kann, ob da wirklich handwerkliches oder künstlerisches Können versteckt ist. Weiterbildungskurse die von der Arbeitslosenkasse gefördert werden sind ebenfalls dazu da, solche Abklärungen zu machen. Diese Möglichkeiten sollten in der Situation auf jeden Fall genutzt werden. Sich neu ausrichten ist gefragt.
Den industrialisierten Ländern ging es in den letzten Jahrzehnten so gut, dass sich niemand damit beschäftigen musste, wie er sich seinen Lebensunterhalt verdienen könnte. Entweder hatte man eine gute Anstellung, ein florierendes Geschäft oder wenn alle Stricke rissen, waren da ja immer noch gute soziale Auffangnetze wie Arbeitslosenkasse, Fürsorge usw. vorhanden. So musste sich niemand gross damit befassen, wie er seinen Lebensunterhalt sonst noch verdienen könnte. Die Ideen und die Fantasie für neues ging verloren.
Von den grösseren Industrieunternehmen ist da auch keine grosse Hilfe zu erwarten. Hier gilt in erster Linie Absatz und Gewinn. Wenn diese nicht mehr stimmen, werden Arbeitsplätze gestrichen. Es gibt ja gute soziale Institutionen in unseren Länder heisst es dann. Aber wie Lange noch? Kann das immer so weiter gehen? Wer finanziert den unsere Sozialwerke, wer sorgt für Umsatz und Absatz und somit am Ende für Gewinn? In erster Linie sind dies die Arbeitnehmer der untersten und der mittleren Stufe. Sie mache die Massen aus. Gerade aber diese Menschen sind es, die als erste von schlechtem Wirtschaftsgang betroffen sind. Erst als Arbeitslose mit 70 - 80% weniger Einkommen und später, wenn keine Arbeitsstelle gefunden wurde als Ausgesteuerte in den meisten fällen als Fürsorgebezüger mit noch grösseren Einbusen. Wo soll da das Geld herkommen das ausgegeben werden kann. Wie soll mit weniger Volkseinkommen die Wirtschaft angekurbelt werden.
Gerade hier sind die Ideen und schlummernden Fähigkeiten der "Arbeitslosen" gefragt. Die grosse Chance der "Arbeitslosigkeit" ist es, Zeit zu haben für Neues. Zeit ist in dieser Situation genügend vorhanden. So ist auch genügend Zeit vorhanden, sich mit neuen Ideen zu befassen, sich neues einfallen zu lassen. Zeit für Kreativität.

Fortsetzung folgt:
Wie begegnen wir der Arbeitslosigkeit
Was für Möglichkeiten haben Erwerbslose
usw.

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